AGENT
STEEL
"Skeptics
Apocalyse"
(Century Media) 10/10
Endlich ist dieses sträflich lange nicht mehr erhältliche Monumentalwerk im Speed Power Metal-Sektor wieder erhältlich, ohne eine Unsumme an sauer verdientem Mammon hinlegen zu müssen! Mit „Skeptics Apocalypse“ ist den speedigen Stahlagenten eines der ganz wenigen schlagartig Klassikerstatus beanspruchenden Alben von zeitloser Brillanz und eternaler Beständigkeit gelungen. Die Superlative scheinen einem gar nicht auszugehen, wenn man diese Jahrtausendscheibe rezensieren soll. Allein mit dem Opener und der Bandhymne schlechthin, dem Übersong mit Hitpotential im Speed-Bereich an sich, getauft „Agents Of Steel“, ist der Kaufpreis eigentlich schon abgegolten. Einzigartig in ihrer Prägnanz sind sämtliche Songs, denen einer der besten Metalsänger aller Zeiten, John Cyriis, seinen unverwechselbar-charismatischen Stempel aufdrückte. Und, wahrlich, dieses sirenenartige und in allerhöchsten Tonlagen agierende Organ verschafft einem immer und immer wieder eine Gänsehaut, die man während der gesamten Spieldauer der Scheibe nicht wegbekommt. Als Laie kann man es nicht nachvollziehen, wie einer so was hinkriegt, aber Cyriis war ohne jeglichen Zweifel ein begnadetes Naturtalent. Man muß es gehört haben, um es zu glauben. Das hochinteressante Konzept der Truppe wurde ebenfalls von dem in seinem Freundeskreis als Exzentriker und gelegentlich als Spinner geziehenen Vokalisten ausgearbeitet.
Wohltuend vom Einheitsbrei abhebend verarbeitete er die ihm als unwiderlegbar erscheinenden Theorien von intelligenten Lebensformen außerhalb der uns bekannten Galaxien und verschaffte so einer einzigartigen Band ein einzigartiges und würdiges Image. Hier stimmt einfach alles; Klasse-Songs, blitzschnelle und sich vor wahnwitziger Spielfreude überschlagende Gitarren in technischer Höchstform, ebenso schnelles Wahnsinns-Power-Drumming usw. usf. Die größte und nennenswerteste Stärke dieser Speed Metal-Überflieger bestand eindeutig darin, Stücke zu schreiben, die sofort ins Ohr gehen, großartige Melodik enthalten und doch mit schneidender Härte dargeboten werden, welche dir schier die Löffel wegzufetzen droht.
Höre dir nach dem schon erwähnten Opener noch speziell die Titel „Bleed For The Godz“ und „144.000 Gone“ (war damals DER Demoklassiker von AGENT STEEL!) an und du wirst verdutzt feststellen, daß da eine wirklich sprachlos machende Vereinigung von besessenen Geschwindigkeitsfanatikern am pfeilschnellen Werk war. Mitreißend und begeisternd rast das damals die Schnelligkeitsnormen im Metalbereich neu definierende Material AGENT STEELS an dir vorbei wie ein ICE –Zug und läßt deine Ohren flattern wie Fahnen im Sturm. Es ist herausragend zu würdigen, was uns die tollwütigen Bengel für ein wertvolles Vermächtnis hinterlassen haben, an dem man sich auch noch viele Jahre später mit ungetrübtem Hörgenuß laben kann und das eine unleugbare Einzigartigkeit auch noch in die folgenden Jahrtausende als Zeugnis ungebremster Freude an extremer und kein Speed-Limit kennender Musik verkündet. Einer der wirklichen edlen Klassiker seiner Zunft. Einmalig.
© Markus Eck
(13.01.2000)