DAGOR
DAGORATH
„Yetzer Ha’Ra“
(Twilight) 9/10
Herrlich übermächtigen Symphonic Black Death Metal in der reinsten
stilistischen Ausformung zelebrieren diese hochbegabten Israeliten – und diese
verdammt gute Scheibe tost mit Windstärke zwölf in die Gehörkanäle.
Meisterlich, ja gar hexerisch kreiert wird hier nämlich mit ausgeprägter
Expertise Note für Note beziehungsweise Song für Song eine ganze eigene
faszinierende Welt, ein fantastisches Dunkelreich voller hypnotischem Eigenleben
– wie man es als leidenschaftlicher Anhänger dieser Musikrichtung eben
auch nur allzu gerne erlebt. Dagor Dagorath, spürbare Überzeugungstäter,
lassen so einige Konkurrenten neben ihrer Musik verblassen: Verschwenderisch
opulent, bedrohlich bösartig und spieltechnisch ebenso verbissen wie kompetent
inszeniert, kann ihr teils unglaublich episches Material von vorne bis hinten
vollauf überzeugen. Bewundernswert, wie es die vom Durchschnittsalter überraschend
junge Band in Trioformation auf dem aktuellen Debütalbum „Yetzer Ha’Ra“
überhaupt schafft, derart monumentalen Großatmosphären ein solch’
ungestüm pulsierendes Eigenleben zu verleihen. Dafür sorgt nicht zuletzt
ein fein austariertes Gleichgewicht aus Instrumentierungsdomänen, in denen
die Beteiligten löblich penibel auf Ausgeglichenheit zwischen krachenden
Riff-Gewittern, wüsten Trommelstürmen voller bulliger Blast-Parts
und orchestralem beziehungsweise stimmungsvollem Beiwerk achten. Fakt ist: Solchermaßen
immensen Ideenreichtum, derlei gigantische Intensität, derart riesige Spielfreude
und dermaßen exzessive Instrumentalleistungen müssen Dimmu Borgir
auf ihrem kommenden Werk erstmal hinkriegen! Somit sind Dagor Dagorath nach
Grimoire, Bishop Of Hexen, Arafel, Melechesh und Orphaned Land definitiv die
nächste tolle Band aus diesem Teil der Erde, welcher internationaler Erfolg
zuteil wird!
© Markus Eck
(03.02.2010)