ELUVEITIE
„Everything Remains As It Never Was”
(Nuclear Blast) 9/10
Eindeutig auf dem Zenit ihres aufrichtigen Schaffens stehen die Schweizer um
ihren Frontmann Chrigel auf diesem Album – woran beileibe nicht nur der obergeniale
Mix von Produzentenlegende Colin Richardson schuld ist: So präzise und
so scharf erklangen Eluveitie bislang noch nicht. Denn auch in Sachen Kompositionen
an sich saß den noch immer immens spielfreudigen Eidgenossen Fortune auf
den schöpferischen Schultern – jede Note trifft, jede Struktur sitzt, jeder
Aufbau ist stabil und sämtliche Arrangements können ebenso faszinieren
wie die fabulösen Gesangslinien samt all den hochgriffigen Hammer-Refrains!
„Everything Remains As It Never Was” kann ganz eindeutig als der berühmte
und viel zitierte große Wurf für die tapferen Heidenhelden aus der
Käserepublik gewertet werden. Dass die Beteiligten absolute Fans von hochklassigem
skandinavischem Melodic Death Metal sind, nun hört man es schwarz auf weiß
– zugleich wurde der Anteil typisch altertümlicher Tonfolgen genussvoll
angehoben und auch die feinen Frauenvokalisierungen erzeugen haufenweise Wonnen.
Somit dürfte auch der Übertritt ins musikalische Mittelalterlager
problemlos vollendet werden können – denn die neuen famos-frischen Eluveitie-Lieder
passen so gut dorthin wie ein Liter dunkles Starkbier in einen bayrischen Maßkrug.
„Die Erde ist eine Scheibe“, musste man in alten Kirchenzeiten gezwungenermaßen
frohlocken, wenn man nicht auf dem lodernden Scheiterhaufen landen wollte –
nun, bei der wirklich gigantischen Güte dieser fantastischen neuen Silberscheibe
kann man solcherlei abstrusen historischen Irrglauben jetzt ja schon viel besser
verstehen.
© Markus Eck
(27.12.2009)