EVANESCENCE
Fallen
(Wind-Up) 8/10
Als die US-amerikanische Sängerin, Pianistin und Komponistin Amy Hartzler
samt ihrem Mitmusiker Ben Moody ihre Band Evanescence 1998 gründete, wählten
die beiden aufstrebenden Aspiranten einen überaus günstigen Zeitpunkt:
Denn das weltweite Verlangen der Hörer nach alternativer, betont moderner
und trotzdem zeitgemäß düsteremotionaler Rockmusik, zumal mit
weiblichem Gesang, war definitiv hochgradig vorhanden. Zudem konnte man vom
Fleck weg neben Eigenständigkeit auch noch mit riesengroßem Können
überzeugen die ganz spezielle Dazumischung aus Nu- und Gothic Metal-Fragmenten
tat ein Übriges. Dem 2000er Debütalbum Origin folgte drei
Jahre später dann die funkenfreudige Initialzündung für den weltweiten
großen Erfolg: Der Langspieler Fallen. Aus Amy Hartzler wurde
Amy Lee und aus Evanescence wurden musikalische Weltstars. Maßgeblich
dafür verantwortlich war vor allem ein umjubelter Riesenvolltreffer, der
Hit Bring Me To Life, welcher beispielsweise neben einer Top-Platzierung
in den vereinigten Staaten sogar den ersten (!) Platz in den britischen Charts
erreichte. Die Sensation war perfekt! Besser gesagt: Die Zeit war reif für
Evanescence und Evanescence waren reif für die Zeit. Das Rockgenre konnte
für eine solche innovative wie gute neue Band ja eigentlich auch nur dankbar
sein, demnach gelangte Fallen in eine Vielzahl von Preisverleihungen
im Gold- und Platinsektor. Selbst den bösesten Lästerzungen und übelsten
Neidern und Verleumdern bescherten Evanascence aber auch eine generationenübergreifend
begeisternde Hammerplatte, deren massive inhaltliche Solidität und handwerkliche
Hingabe beinahe unangreifbar waren, sich noch heute jeder nicht ernst gemeinten
Kritik entziehen. Nicht umsonst hatte die Platte auch genreübergreifend
großen Erfolg gefunden was nicht zuletzt Dank Amys schön
menschlicher und wohltuender Stimme möglich war. Fest steht: Allzu selten
gelang eine solch homogene Verquickung eigentlich so konträrer stilistischer
Bestandteile wie es auf Fallen der Fall ist.
© Markus Eck
(03.06.2010)