FORTID
„Völuspa Part III: Fall Of Ages“
(Schwarzdorn) 9/10
Nachdem 2003 „Völuspa
Part I: Thor's Anger“ und vier Jahre später
„Völuspa Part II: The Arrival of Fenris“ erschien,
lassen Fortid nun den logischen dritten Teil folgen:
„Völuspa Part III: Fall Of Ages“. Besagte
„Völuspa“ ist unumstritten ein immens bedeutungsvolles
historisches Gedicht, wenn nicht das relevanteste des ganzen nordischen
Mittelalters – bestehend aus 66 Strophen, welche sich wiederum in
Stabreimverse erstrecken. Der Isländer Einar Thorberg alias Eldur
lebt und musiziert heute in Norwegen. Einst seit Anfang 2002
anfänglich noch als Soloprojekt am Werk, kreierte Gitarrist und
Sänger Eldur mit seiner in Skandinavien rekrutierten Band nun
hierfür ein bemerkenswert atmosphärisches, doch auch
überwiegend sehr intensives Album, dessen mitunter recht
hymnischer und angenehm verspielter Viking Black Metal mit vielen
erhebenden heroischen Facetten aufwartet.
Was den rhythmischen beziehungsweise
strukturellen Anteil anbelangt, so weist das Schaffen des Quintetts
immer wieder nicht zu überhörende Anklänge bei Kampfar
auf. Dezente Querverweise zu Primordial sind ebenfalls zu
identifizieren. Doch das wirklich nur ganz am Rande, denn
hauptsächlich handelt es sich bei dieser Veröffentlichung um
eine hochgradig faszinierende, eine des Öfteren geradezu
hypnotische Liedersammlung von allerhöchstem spirituellem Wert.
Denn die inhaltliche Tiefe und die riesenhafte Intensität dieses
dritten Albums gebieten dem Hörer geradezu, bis zum ideellen Kern
in sich zu gehen und seinen Bezug zu Mutter Natur sowie zu den
Elementen zu überdenken beziehungsweise sich diesen gegebenenfalls
künftig voller Hingabe zu nähern. Kein Wunder, die
verführerisch schöne Keyboard-Noblesse von Cor
Scorpii-Tastenmann Gaute Refsnes entspringt wahrlich brillantem
Können – zusammen mit den ohnehin bezwingend melodisierten
Liedfragmenten wird hier ein gigantisches Stimmungsniveau erreicht,
dessen durchdachte Ebenen voll und ganz in ihren Bann ziehen!
Überhaupt: Je mehr man seine Sinne diesem famosen Hörerlebnis
aussetzt, desto mehr weiß „Völuspa Part III: Fall Of
Ages“ einen zu verzücken. Vorausgesetzt, man ist ein
aufrichtiger, leidenschaftlicher und loyaler Anhänger solcherlei
Künste. Ja, bestechend ist sie, die atemberaubende
Homogenität der hier zueinander gebrachten klanglichen
Bestandteile – und dabei teilen sich Härte, Biss und
Naturbeschwörung die drei Spitzenpositionen gerecht untereinander
auf. Eine der noch wenigen existierenden Bands also, die voll und ganz
verstanden haben, wie immens wichtig aufwühlende Mystik und
geistige Vertiefung bei dieser Art von Musik doch sind!
©
Markus Eck
(15.06.2010)