THE
KOVENANT
Animatronic
(Nuclear Blast) 8/10
Die ersten beiden Albenklassiker In Times Before The Light (1996)
und Nexus Polaris (1998), welche unter dem Signum Covenant die interessierte
schwarzmetallische Öffentlichkeit durch viele Songvolltreffer verzückten,
bieten spielkulturell anspruchsvollen Melodic Black Metal bombastisch dazuorchestrierter
Natur. Nicht von jedem geliebt, aber noch heute beziehungsweise vor allem heute
wieder überaus hörenswert. Dann folgte der Streit um die Namensrechte
mit den schwedischen Electro/Future Pop-Meistern Covenant Letztere gewannen,
doch auch unsere norwegischen Helden gewannen dazu: Nämlich den Geistesblitz,
dass mit einer Namensänderung auch einer stilistischen Modifikation stattgegeben
werden kann beziehungsweise sollte. Bandleader, Sänger und Tieftoner Stian
Arnesen, der unter dem Alias Nagash auch bei Dimmu Borgir und Troll für
stockdunkle Hassfurore sorgte, wollte nämlich endlich auch mal so richtigen
Erfolg spüren zusammen mit seinen Spießgesellen, darunter
auch Mayhem-Maschinengewehrtrommler Hellhammer (Jan Axel von Blomberg) schickten
sie sich an, ihrem an sich schon sehr interessanten Metal-Sound massive moderne
Beigaben zu verleihen. So wurden elektronische Elemente integriert, und bei
bereits populären Bands aus der damalig New Metal titulierten
Randsparte holte man sich Inspirationen. Dass ein Herr mit Künstlernamen
Marylin Manson zu dieser Zeit auf allen Radio- und TV-Musiksendern rauf und
runtergespielt wurde, spielte eindeutig auch eine Rolle bei der Eroierung des
neuen Stiles von The Kovenant, wie sie jetzt heißen mussten. Und während
man über die Relevanz der optischen Aufmachung der Musiker tagelang streiten
kann, ist diese stark groovende und zugegebenermaßen auch enorm mutige
Industrial Metal-Platte an sich ein unstrittig hochwertiges Zeugnis solcherlei
ausgerichteten Schaffens. Den sogar tanzbaren Takten des hyperpräzise trommelnden
Höllenhammers kann man sich einfach nicht entziehen, wozu als Paradebeispiel
wohl der findige Track New World Order genannt werden kann
doch auch die freche Coverversion des alten Babylon Zoo-Chartbreakers Spaceman
kommt sehr spritzig daher. Die Black Metal-Szene war empört, die neuen
Fans der Band verzückt und der Scheibentitel Animatronic ist
noch heute Programm: Animalische Elektronikklänge im spielstarken Metal-Gewand
eben.
© Markus Eck
(03.06.2010)