LUX
FERRE
„Atrae Materiae Monumentum”
(Ketzer) 6/10
Zweites Album, zweite Gewaltladung. Für diese neue Veröffentlichung
vom Duo zum Trio verstärkt, zelebrieren die fiesen Portugiesen Lux Ferre
auf „Atrae Materiae Monumentum” ihren noch immer abgrundtiefen gellenden Hass
auf verfälschte humane Werte, christliche Bigotterie, die grenzenlose Gierigkeit
der Menschheit und allerlei gesellschaftlich Pervertiertes mehr. Ihrem Stil
sind sie hierfür treu geblieben, es regiert unerbittlicher und eiskalter
Blizzard-Black Metal der überwiegend frenetisch rasenden beziehungsweise
stürmischen Klasse. Garniert mit melancholischmelodischen Nuancen. Und
die hier so mordsruppig inszenierte Lux Ferre-Brachialmixtur bezieht ihren Nährboden
hörbar noch immer aus den bekannten Stilelementen von etablierten Bands
wie beispielsweise Marduk, frühen Gorgoroth, frühen Naglfar, Setherial,
Sammath und vor allem frühen Dark Funeral. Monumentalen Bombast, pompöse
Ausschweifungen oder derlei mehr wird man jedoch hier vergeblich suchen – denn
der rohe portugiesische Knüppeldreier legt hörbar sehr großen
Wert auf Genre-existenziellen Purismus. Eigentlich lobenswert, doch insgesamt
bringt dies auf „Atrae Materiae Monumentum” eine gewisse wiederkehrende Gleichheit
im Songmaterial beziehungsweise in Sachen Rhythmiken mit sich, was sich bedauerlicher
Weise auch ganz besonders auf die Aufbauten der an sich sehr solide geführten
Riff-Attacken niederschlägt.
Somit lässt sich „Atrae Materiae Monumentum” aufgrund der massiven Bodenständigkeit der enthaltenen Kompositionen zwar alles in allem problemlos hören, doch fehlen der Platte schlicht und einfach gesagt hervorstechende Höhepunkte. Dennoch sind Lux Ferre noch immer als spürbar ehrliche und aufrechte Verfechter eines überlaufenen Metiers zu respektieren, dem es immer mehr an ebendiesen Eigenschaften fehlt.
© Markus Eck
(01.02.2010)