ORPHEUS
Philosopher Of The Sublime
(Paradigms) 9/10
Außerordentlich eigenständig gehen diese Briten hier vor ihr
vorliegendes Albumdebüt stellt eigentlich schon mittels des Titels Philosopher
Of The Sublime klar, dass da nach dem Besonderen getrachtet wird. Stilistisch
ist das Treiben von Orpheus im Bereich düsterer Progressive Dark Metal
einzuordenen, in Sachen Aufmachung, Staffage und Liedertexte bewegen sie sich
im Pagan Metal-Bereich. Wer also auf das Klangbild von gefühlvollen Opeth
steht, kommt hierbei voll und ganz auf seine Kosten. Die in den Gitarrenmelodien
transformierte Melancholie steckt schnell an und die dramaturgisch dichte Epik
zieht ebenso rasch in ihren lichtlos schimmernden Bann. Geschwindigkeitsausbrüche
setzen donnerartige Rasanzen frei, feingeistig konturiert von edel gespielten
Tastenpartituren inmitten darin eine überraschend homogen erscheinende
Mixtur aus harschen und klaren Gesängen. Trotzdem oder gerade deswegen
beileibe keine leichte Kost, die volle Konzetration und Aufmerksamkeit vom Rezipienten
verlangt, um erschöpfend erfasst zu werden. Stabile mittelalterlich klingende
Stimmungsbögen errichten Orpheus gar meisterhaft in ihren primär sehr
komplex angelegten Heroennummern, und erstere dienen gleichfalls als perfekt
stützende wie auch als überdachende Stimmungskonstrukte.
© Markus Eck
(03.06.2010)