THROES OF DAWN
„The Great Fleet Of Echoes”

(Firebox) 5/10
Wären Rezensionen mit nur einem Bewertungssatz gestattet, würde hier einzig stehen: Sehr schade um eine einst wirklich feine Band! Als superbe Melodic Black Metal-Formation gestartet, brachte mich ihr bewegendes 87er Debütalbum „Pakkasherra“ gefährlich nahe an den Rand positiver Verrücktheit. Ja, nur äußerst wenige konnten es damals weltweit in Sachen Klasse mit den Finnen Throes Of Dawn aufnehmen. Mit den Jahren tendierte die Talentband aus Vaasa dann mehr und mehr in Richtung schwelgerische und schöngefärbte Dunkelsounds, wogegen im Grunde genommen nicht viel einzuwenden wäre – wenn sich nun nicht auf dem aktuellen fünften Album „The Great Fleet Of Echoes” sehr ärgerliche Defizite im Songwriting breit machen würden. So gibt es hier nämlich pseudoemotionalen und halbgar-atmosphärischen Dark Metal mit einem unsteten Mix aus Klar- und Grimmgesängen samt omnipräsenter Tastenuntermalung zu hören. Lieder, die ungefähr so anregend sind wie eine Großpackung Valium. Das Ganze plätschert als künstlerisches Rinnsal eher belanglos an einem vorbei – packende Momente sind mit der Riesenlupe zu suchen. Und wird man hierzu fündig, beschleicht einen die blanke Traurigkeit folgender Erkenntnis: Wenn der Trupp um Sänger Henri Koivula nur wollte, er könnte noch immer zeitlos Grandioses von berauschender Schönheit kreieren. Doch „The Great Fleet Of Echoes” ist einfach nur schlapp.

 

© Markus Eck

(02.03.2010)