THRUDVANGAR
„Durch Blut und Eis“
(Einheit) 8/10
Typisch Thrudvangar, kann ich hierzu nur sagen – und das bedeutet auch im aktuellen
Fall des neuen und vierten Studioalbums „Durch Blut und Eis“ einmal mehr wieder
urwüchsig-kernigen und erhebend hymnisch akzentuierten Viking Metal der
betont dynamischen Sorte. Erschaffen wurde hierfür von der ostdeutschen
Idealistenformation eine ausgefeilte Konzeptstory über Erik den Roten Thorvaldsson,
den berühmten historischen norwegisch-isländischen Seefahrer, Entdecker
und Eroberer. Zahlreiche noch immer faszinierende Sagen und Überlieferungen
ranken sich bekanntlich um diese höchst geschichtsträchtige Figur,
welche von der linientreuen Epikergruppe um Grollsänger Matze hier mit
übermächtigen nordmetallisch akzentuierten Heroenklängen intoniert
werden. Weit ausladende Epen, allesamt von großer Homogenität, allesamt
wie aus einem kreativen Guss. Teils breiten sich auf „Durch Blut und Eis“ eindringliche
düstere Dramatiken dermaßen massiv und authentisch aus, dass es unweigerlich
einnehmend wirkt – was neben aufrüttelnden Gesängen nicht zuletzt
am überaus ergiebigen Zusammenspiel der Instrumentalfraktion liegt, welche
den epischen Melodiken mit viel Liebe und Hingabe ein faszinierend pulsierendes
Eigenleben verleiht.
Von majestätisch opulent erstrahlenden Keyboardorchestrierungen größtenteils sehr stimmungsvoll und zuweilen höchst atmosphärisch unterlegt, ist den neuen Kompositionen ein markant ausgeprägter Variantenreichtum zueigen – und das auf wirklich allen Ebenen. Der kämpferischen Mutnatur von Thorvaldsson wird also nicht nur mit reißerisch-vehementen Gitarrenattacken prächtig Tribut gezollt, nein, auch in Sachen brachiale Rhythmiken verstehen es Thrudvangar formidabel, die urwüchsige und rohe Kraft schwerer damaliger Schwerthiebe musikalisch in die Neuzeit herüber zu transformieren. Das wirklich toll aussehende und auch verdammt ausdrucksstarke Frontcover-Artwork hätte Grafiker Mike Schindler wohl nicht mehr besser hinkriegen können. Das Bild gefällt mir wirklich sowohl in Sachen Motivwahl als auch Kolorierung außerordentlich gut! „Durch Blut und Eis“ kommt neben der regulären Version auch in erfreulich schmuck aufgemachter Digipak-Edition mit sehr feiner Bonus-DVD, auf welcher ein absolut sehenswerter aufwändiger Videoclip, ein von mir geführtes Interview mit der Band sowie ein kompletter Live-Gig der spielfreudigen Thrudvangar-Truppe vom Barther Metal Open Air 2009 zu sehen sind.
© Markus Eck
(05.01.2010)