VAN
CANTO
„Tribe Of Force“
(Napalm) 7/10
„Helden A-cappella Metal“, die dritte – ihr großer Erfolg spricht ohnehin
für sie, und Van Canto liefern auch auf dem aktuellen dritten Album wieder
die scheinbar unnachahmliche Mixtur aus atemberaubend variantenreicher Stimmenkunst
und pfundigem Drumming. Und dass solcherlei Vorgehen gut funktioniert, beweist
gleich eine ganze Latte an gelungenen Stücken auf „Tribe Of Force“. Zwar
wiederholt ohne E-Gitarren beziehungsweise -Bass, also nur mit ihrem Schlagwerker
musikalisch aktiv, schafft es das vokalstarke Ensemble bestens, sich verdammt
nahe an „richtigen“ Metal anzunähern. Ultramelodisch episiert und höchst
spritzig inszeniert, ertönen die neuen Stücke zudem mit dermaßen
knackiger Frische, dass sich schnell einige Hörfreude entfalten kann. Glücklicherweise
vertraute das Sextett seine Liederkollektion dem etablierten Reglerdreher Charlie
Bauernfeind an, welcher bislang beispielsweise Blind Guardian mit großer
Kompetenz versorgte. Und auch die bereits gewohnten Coverversionen dürfen
hier nicht fehlen, so intonierte der Sechser samt Gastsänger Chris „Bolle“
Boltendahl von Grave Digger deren ewigen Kultklassiker „Rebellion“. Selbst eine
Metallica-Interpretation von deren Killersong „Master Of Puppets“ ist auf „Tribe
Of Force“ zu hören – fehlenden Mut kann man Van Canto also wirklich nicht
nachsagen.
© Markus Eck
(04.02.2010)