METALMESSAGE "V"
Für das erste kleine Jubiläum seiner Metal Message- Reihe hat sich Markus Eck einiges einfallen lassen. Zum ersten kommt das Teil in einer DVD- Box mit fantastisch aufgemachtem Booklet. Zum zweiten hat Markus die Coverart-Legende Ed Repka verpflichtet, der ein passend trollhaftes Artwork geschaffen hat. Außerdem hat Markus diesmal nicht nur einfach Bandphotos und Infos aneinandergereiht, sondern viele Naturfotografien integriert, welche den Weg der Natur im Jahreslauf illustrieren.
Die erste Band heißt FIMBULVET und bietet melodischen Pagan Metal mit sowohl klarem als auch Kreisch- Gesang. Die Band folgt den mittlerweile gängigen Linien des Subgenres, klingt nicht schlecht, wenngleich sie sich auch nicht aus der Fülle der Pagan-Bands heraushebt. HROMOVLAD aus der Slovakei haben mehr Folkeinflüsse, besonders die Flöte als tragendes Instrument spielt da eine Rolle. Ich muß auch sagen, daß sich die slavischen Sprachen recht gut für heidnischen Metal eignen. Der Song ist recht treibend, mit ziemlich blackmetallischem Riffing. Sollte man sich merken. TUMULUS aus Rußland bieten eine ganz eigene Variante des Pagan Metal. Instrumental erinnert es mich teilweise an Jethro Tull, während der Gesang im klaren Bereich angesiedelt ist, wie ihn True-Metal-Horden gern verwenden. Ziemlich interessant, das ganze. Vielleicht jetzt nix für den Headbanger, aber so für Lagerfeuerfeten mit Met und Bier perfekt geeignet. Einen recht langen Track (über 8 Minuten) bieten uns DARK FOREST aus Canada, die mit Schlachtengetümmel und langsamem blackmetallastigem Riffing einsteigen. Langsam und getragen geht es auch weiter. Teilweise fühle ich mich an Bathory erinnert, auch wegen der Chöre Wie es aussieht , handelt es sich auch hier um ein Ein-Mann-Projekt. Dann würde das ja passen. Jedenfalls nicht übel, was so der dunkle kanadische Wald so herausläßt. Pagan Metal aus Brasilien? Da meint man doch, hier würden indianische Klänge zum Tragen kommen. Aber denkste! TIWAZ bieten astreinen Viking Metal, der so auch aus Skandinavien kommen könnte. Genaugenommen sehen die Jungs auch aus wie Nordköppe, ich wußte gar nicht, daß Erik Blutaxt und Co damals sogar bis Brasilien gesegelt sein sollen. Krachen aber recht gut. Sollte man sich mal vormerken für den nächsten Einkaufszettel. Saugeiles Logo übrigens.

DYRATHOR aus diesem unseren Lande kommen wiederum etwas getragener daher. Auch so was für's Lagerfeuer, wennglaich das keyboard teilweise etwas aufdringlich wirkt. Wäre nicht der aggressive Trollgesang, könnte man fast von Mittelaltermucke reden. Auch nicht schlecht, ragt aber nicht besonders weit aus dem Genre heraus. XERION kommen aus Spanien, auch sie singen in ihrer Muttersprache. Die Mucke klingt fast wie skandinavischer Schwarzmetall der Frühphase, wenn nicht der tiefe Gesang und die deutlich abgemischten Drums wären. Der Sound kommt recht druckvoll rüber, und auch sonst ist die Mucke recht treibend. ADORNED BROOD sollten zumindest dem Namen nach bekannt sein. Dürfte die Band doch neben MENHIR zu den ersten Pagan-Metal- Bands unseres Landes zählen. Kein Wunder, daß die Band sichtlich bestrebt ist, aus den Horden ihrer Epigonen herauszura-gen. Ruhige melodi-sche Parts , teilweise mit weiblichem Ge-sang, wechseln mit heftigen, von wüten-dem Schreigesang versehenen Ausbrü-chen ab, ohne das ausgelutschte "Beauty&Beast"- Schema zu bedienen. Läuft ganz gut in die Lauschlappen von meinere iner. WAYLANDER, der Schrecken jeder Dead-line, kommen als nächstes dran. Die keltischen Wurzeln hört man sofort, ähnlich wie bei Cruachan hat die Flöte eine wichtige Rolle im Sound der Iren. Auch hier wieder wechselt der Ard Chieftain zwi-schen klarem und krei-schendem Gesang. Der Song kommt echt gut, ich sollte mal schauen, daß ich die zweite Scheibe von Waylander bald mal in meine Sammlung versenke, haha. Weiter geht es mit NATAN aus Belgien. Schönes treibendes Black Metal- Riff am Anfang , dann ein Lagerfeuer-Part, der dann langsam wieder heftiger wird, mit klarem Gesang, bis es dann wieder die Heftigkeit des Anfangs erreicht. Fast schon klassischer Songaufbau. ANDRAS sind auch schon einige Donnerstage unterwegs. Anfangs noch als garstiges Black-Metal-Kommando unterwegs, haben die Deutschen ihren Sound um einige Stilmittel des Pagan Metal aufgestockt, wie klarer Gesang und Keyboardteppiche (nun gut, über den Sinn des letzteren kann man streiten). Kommt trotzdem noch heftig genug. Mit dem Namen OBSCURITY , und auch vom Aussehen des Logos her, würde man wohl eher Death Metal vermuten, haha. Damit liegste aber sowas von daneben. Treibender Pagan Metal ist angesagt, mit deutschsprachigem Gesang. Auch recht gefällig. Und da sind wir schon am Ende der CD. VINTERNATT aus Belgien stellen den Schlußtrack. Auch eher melodisch angelegte Pagan-Mucke, mit zwar treibenden Drums und kratziger Sangeskunst, aber die omnipräsente Violine gibt dem ganzen eine ruhigere Ausstrahlung. Alles in allem wiederum eine gelungene Compilation, die durch die exorbitante Aufmachung noch dazu einen ästhetischen Wert hat. Eine kleine Menge dieser Sampler gibt es auch in unserem Grotesque-Glory-Shop zu kaufen. Ach ja, der Markus hat mich gebeten, auf sein beiliegendes Statement einzugehen, welches ich nebenstehend der Einfachheit halber abdrucke.

(Maik Godau)