Various
Artists
„V”
(Metalmessage) --/10
Mit seinen ersten vier Kompilationsveröffentlichungen aus dieser Reihe
hat Metalmessage-Mann Markus Eck bereits eindrucksvoll aufgezeigt, wie viel
immense Leidenschaft er für Musik in sich trägt. Nachdem diese stark
ambitionierte Reihe vom Untergrund glücklicherweise auch bestens aufgenommen
wurde (Vol. I bis III beispielsweise sind nicht mehr erhältlich), legt
der Macher nun den fünften Teil seiner erfolgreichen Samplerserie vor.
Liebevoll von Hand nummeriert auf strikt limitierte 2.000 Exemplare. Und zum
kleinen Jubiläum seiner Releases hat Eck sich diesmal eindeutig ganz besonders
ins Zeug gehängt: Denn diesmal kommt die neue Veröffentlichung sogar
in einer DVD-Hülle daher, und zwar in einer schmucken blauen, passend zum
farblichen Grundton des bestechenden Frontcover-Artworks des weltberühmten
amerikanischen Altmeisters Ed Repka. Dieses wahrlich famose Cover im herrlich
zeitlosen Heavy Metal-Style erfreut das geneigte Auge mit alttraditioneller
Thor- & Trollthematik. Das entsprechend große und auffallend dicke
Vertikalbooklet von „V“ bietet neben tollen Bandportraits und Infos dazu auch
herrlich anmutige Naturfotos, welche der bekennende Ästhet Markus allesamt
selbst gemacht hat. Chronologisch nach den Jahreszeiten eingebracht, decken
die wirklich wunderschönen Naturbilder die Zeitspanne von Frühling
über Sommer bis hin zu Herbst und Winter ab. Ein wahrer opulenter Augenschmaus!
Doch nun flugs zur Musik an sich: Los geht’s hier mit den ostdeutschen Epic Pagan Metal-Könnern Fimbulvet – sie eröffnen den gelungenen Reigen mit einer mitreißend heroischen Heidennummer, gefolgt von den talentierten Slowaken Hromovlad. Letztere nahmen sogar extra für „V“ eigens einen Song auf. Mit beschwingten Flötenklängen und tollen Melodien garnieren Hromovlad ihre harsche Kunst. Die russischen Tumulus machen den Anschluss, sie liefern dezent progressiven Pagan Folk Metal der ganz besonderen Art. Munter weiter geht es mit den sensationellen Dark Forest aus Kanada: Wer die hymnischen Passagen in guten alten Bathory-Meisterwerken liebt, kommt hieran wohl nicht vorbei. Aus dem fernen Brasilien hageln Tiwaz hier sehr kompetent auf uns ein, und ihr Output steht dem der europäischen Genre-Konkurrenz in rein gar nichts nach – reißerischer Pagan Metal in kriegerischer Reinkultur. Die deutschen Dyrathor zählen mit den absoluten Highlights auf dem neuen Sampler, sie verzieren ihren ansteckend stampfenden Viking Metal mit ermunternd verspielten Fidelklängen. Eine echte Pagan Black Metal-Perle sind ganz sicher die trotz allem Hass im Herzen verführerisch hochmelodisch aufspielenden Galizier Xerión, die hier mit Pagan Black Metal-Kunst der Eliteklasse aus den Boxen knallen – das Gitarrensolo ist zum Flennen schön. Mit den deutschen Adorned Brood melden sich altgediente Heidenmetallveteranen zurück zu den Klangwaffen, und ihr aktueller Beitrag „Sons Of The Damned“ besticht mich durch echt tolle gesangliche Akzente und eine echt hammergute Melodik.
Waylander, die seit so vielen Jahren schon so trinkfesten Iren – wer kennt sie nicht? Hier lassen sie einen echten Folk Metal-Brecher der Spitzenklasse erschallen, und sie können sich auch bestens anhören lassen. Dann ist es Zeit für die Belgier Natan, welche mit allerfeinstem Pagan Folk Black Metal vom Leder ziehen. Die ostdeutschen Mannen Andras, deren betont hymnisches Pagan Metal-Material sich hier auf „V“ völlig homogen einreiht, sind als eine ideell echte und beständige Untergrundtruppe seit vielen Jahren im Untergrund sehr bekannt – ihr Song repräsentiert das perfekt. Ihre Landsleute Obscurity stehen da nicht nach, ihr Song vom neuen Studioalbum ist ebenfalls ein echter Hit des Metiers – höchst souveräner Pagan Viking Metal! Den Abschluss zelebrieren die fitten Belgier Vinternatt, die mit ihrem Stück einen regelrechten Ohrwurm abliefern – hypnotischer Folk Black Metal, der einen unweigerlich in seinen Bann zieht. Feinsten Pagan, Viking und Folk Metal gibt es hierbei also satt auf die Ohren, und unter den 13 Liedern findet sich nicht der geringste Ausfall, auch nicht in Sachen Sound. „V“ ist somit insgesamt ein absolutes Spitzenprodukt, für welches weder Kosten noch Mühen gescheut wurden.
Wurzeliese